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Bau einer Frauenklinik

In der somalischen Region Puntland - in der Stadt Boosaaso - baut unser Verein ein Krankenhaus für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Es ist die einzige Frauenklinik in ganz Puntland. In Boosaaso gibt es nur ein Krankenhaus für Allgemeinmedizin ohne Operationsmöglichkeiten, so dass es bei Entbindungen so gut wie keine Hilfe gibt. Das nächste Krankenhaus mit Operationssaal befindet sich in Mogadischu - 900 km entfernt!

Dabei ist gerade in einem Land wie Somalia eine gute gynäkologische und geburtshilfliche Versorgung sehr wichtig. Denn Somalia gehört zu den Staaten mit der höchsten Verbreitung bei weiblicher Genitalbeschneidung. Etwa 98 Prozent der Mädchen und Frauen sind davon betroffen. In Somalia wird die so genannte Infibulation - auch pharaonische Beschneidung genannt - durchgeführt (Typ III nach WHO-Klassifikation). Dabei werden die kleinen und/oder großen Schamlippen teilweise oder vollständig entfernt, mit oder ohne Entfernung der Klitoris. Anschließend werden die Wundränder zusammengeheftet oder -genäht, so dass die Vagina bis auf eine winzige Öffnung von zwei bis vier Millimetern verschlossen wird.

Die Beschneidung führt oft zu gesundheitlichen Problemen wie starken Schmerzen, Blutungen, Wundinfektionen, Inkontinenz und Unfruchtbarkeit. Häufig treten Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt auf. Zur Entbindung muss die Vagina chirurgisch geöffnet werden. Wenn dies nicht rechtzeitig geschieht oder nicht fachmännisch durchgeführt wird mit anschließender hygienischer Versorgung, besteht Lebensgefahr für Mutter und Kind. Um das Geburtsrisiko zu mindern, ist eine Entbindung in einer gut ausgestatteten Frauenklinik notwendig. Wichtig ist auch eine ausreichende Anzahl an Betten für die Mütter und Säuglinge, weil die Frauen oft mehrere Wochen ihre Wunden auskurieren müssen.

Im Jahr 2002 haben wir in Hafun in einer bestehenden Krankenstation eine gynäkologische Abteilung neu eingerichtet. Wir haben die Frauenklinik mit einem Ultraschallgerät, einem Röntgengerät, OP-Geräten, Beatmungsmasken und Entbindungsbetten ausgestattet. Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Einrichtung der Frauenklinik, die wir von 2002 bis 2004 betrieben haben, finanziell gefördert.

Durch den Tsunami, der im Dezember 2004 nicht nur Südostasien, sondern auch die Ostküste Somalias getroffen hat, wurde das Klinik-Gebäude überflutet und zerstört, auch die medizinischen Geräte gingen kaputt. Es gab nur wenige Häuser in Hafun, die nicht zerstört wurden. Mehrere Hundert Menschen in der Region Puntland wurden getötet, Tausende wurden obdachlos. In den Medien wurde kaum etwas über die Auswirkungen des Tsunami an der afrikanischen Küste bekannt. Deshalb war es auch schwierig, Spendengelder zu bekommen, da sie meistens zweckgebunden für das Tsunamigebiet in Südostasien bestimmt waren.

Nach dem Tsunami flohen die obdachlos gewordenen Menschen aus der zerstörten Küstenregion in die 200 km entfernte Stadt Boosaaso, in der auch viele somalische Bürgerkriegsflüchtlinge leben. Dort plante unser Verein den Bau einer neuen Frauenklinik und suchte ein passendes Grundstück dafür. Die Entscheidung für diesen Standort hatte mehrere Gründe. In Boosaaso gab es keinen Tsunami und dort leben die Menschen, die medizinische Versorgung brauchen. Außerdem hat unsere Partnerorganisation in der Stadt ihr Büro. In einem Gespräch mit dem Bürgermeister von Boosaaso konnte dieser von der Notwendigkeit des Krankenhausprojekts überzeugt werden. Er stellte uns kostenlos ein großes Grundstück in der Stadt zur Verfügung. Bei der Grundsteinlegung im Juni 2005 waren der Bürgermeister sowie der Gouverneur und der Arbeitsminister der Region Puntland anwesend. Die politischen Vertreter haben dem Projekt ihre Unterstützung zugesagt. Mit Hilfe von Sponsoren und Spenden aus Deutschland konnte mit dem Neubau der Frauenklinik begonnen werden.

Der Rohbau des neuen Krankenhauses ist fertig und verputzt.
Foto: Torsten Schöniger

Neben der medizinischen Versorgung ist Aufklärungsarbeit ein weiteres wichtiges Ziel unseres Krankenhausprojekts. Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen werden versuchen, die Mütter zu überzeugen, ihre Töchter später nicht beschneiden zu lassen. Einmal in der Woche soll es eine offene Sprechstunde geben.


Foto: Torsten Schöniger

Das Krankenhausprojekt wird vor Ort von unserer Partnerorganisation Somali Women Development Agency (SOWDA) durchgeführt, mit der wir seit vielen Jahren vertrauensvoll und erfolgreich zusammenarbeiten.

Für die Fertigstellung und Inbetriebnahme der Frauenklinik suchen wir dringend Sponsoren!

Sie haben Interesse, als Sponsor in unser Krankenhausprojekt zu investieren?

Dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Gerne stellen wir Ihnen in einem persönlichen Gespräch unser Projekt vor und erläutern die Möglichkeiten für ein Engagement im Rahmen der CSR-Strategie Ihres Unternehmens.

Ansprechpartnerin:
Jawahir Cumar
Geschäftsführerin
Tel. 0211-93885791
E-Mail: j.cumar@stop-mutilation.org

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