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Startseite | Umschulung von Beschneiderinnen

Umschulung von Beschneiderinnen

In Somalia werden etwa 98 Prozent der Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt. Meist wird der Eingriff von einer Beschneiderin durchgeführt. Beschneiderinnen sind in der somalischen Gesellschaft sehr angesehen und werden gut bezahlt. Die Tätigkeit ermöglicht den Frauen ein eigenes Einkommen und Unabhängigkeit. Oft ernähren sie damit auch ihre Familien.

Um Beschneiderinnen davon zu überzeugen, ihre Tätigkeit aufzugeben, müssen sie darüber aufgeklärt werden, dass die Beschneidung der Gesundheit schadet und die Mädchen an den Folgen sterben können. Vielen Beschneiderinnen ist der Zusammenhang zwischen den gesundheitlichen Problemen und der Beschneidung gar nicht bewusst. Aufklärung allein reicht aber nicht. Gleichzeitig müssen für die Beschneiderinnen alternative Einkommensmöglichkeiten geschaffen werden.

Deshalb haben wir in der somalischen Region Puntland ein Projekt, in dem Beschneiderinnen zu Näherinnen umgeschult werden. Das Projekt wird von unserer Partnerorganisation Somali Women Development Agency (SOWDA) durchgeführt. Jede Beschneiderin, die an dem Umschulungsprogramm teilnimmt und die Beschneidungen aufgibt, erhält eine eigene Nähmaschine. Damit kann sie sich eine neue Existenz aufbauen und selbstständig den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie sichern. Denn in Somalia kaufen viele Menschen Stoffe und lassen ihre Kleidung nähen. Deshalb bietet die Tätigkeit als Näherin eine gute Einnahmequelle. Die Ausbildung zur Näherin dauert drei Monate. Bei den Nähmaschinen ist es wichtig, dass es sich um Marken von guter Qualität handelt, für die es vor Ort Ersatzteile gibt und die dort bei Bedarf repariert werden können.

Um sicherzustellen, dass die ehemaligen Beschneiderinnen keine Beschneidungen mehr durchführen, schließt unsere Partnerorganisation SOWDA mit den Teilnehmerinnen am Umschulungsprojekt einen schriftlichen und einen mündlichen Vertrag. Beim mündlichen Abkommen sind immer die dorfältesten Stammesführer als Zeugen dabei. Dieses Ehrenwort zählt noch viel mehr als der schriftliche Vertrag. Wenn bekannt würde, dass eine umgeschulte Beschneiderin weiter praktiziert, würde ihr die Nähmaschine weggenommen. Das ist ein Teil des Vertrags. In den kleinen Dörfern kennt jeder jeden und es würde sich schnell herumsprechen. Hinzu kommt, dass der Stolz bei diesen Frauen eine große Rolle spielt. Wenn sie sich einmal gegen ihre alte Tätigkeit als Beschneiderin entschieden haben und als Näherin weiter ihr eigenes Einkommen verdienen können, werden sie ihr Versprechen halten. Außerdem kontrolliert unsere Partnerorganisation SOWDA das auch.

Die ehemaligen Beschneiderinnen binden wir in unsere Aufklärungskampagnen ein. Aufgrund ihrer hohen gesellschaftlichen Stellung können sie dabei eine wichtige Rolle spielen, weil ihre Stimme bei den Menschen Gewicht hat und gehört wird. Sie erzählen den Familien, dass viele Mädchen unter ihren Händen gestorben sind. Wenn wir ehemalige Beschneiderinnen als Multiplikatorinnen im Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung gewinnen, können wir viel erreichen, um die Beschneidungsrate zu verringern und langfristig diese schädliche traditionelle Praktik zu überwinden.

Der Soroptimist Hilfsfonds e.V. hat unser Projekt „Umschulung von Beschneiderinnen“ mit einer Spende unterstützt, durch die wir 16 Beschneiderinnen im Jahr 2012 zu Näherinnen umschulen und Nähmaschinen für sie anschaffen konnten.

Die Kosten für die Umschulung einer Beschneiderin – inklusive Kauf einer Nähmaschine – betragen 500 Euro.

Bitte unterstützen Sie unser Projekt und tragen Sie dazu bei, dass weitere Beschneiderinnen ihre Werkzeuge niederlegen! Damit können Sie Mädchen vor der Verstümmelung ihrer Genitalien schützen.

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